Konzept

1. Zweisprachigkeit

Die Kindertagestätte Arcoiris ist eine deutsch-spanische Einrichtung, die auf der Methode der Immersion aufbaut. Das heißt, die Kinder werden von Muttersprachlern zweisprachig nach dem Prinzip „eine Person – eine Sprache“ betreut. Jede Gruppe wird von einer spanisch- und einer deutschsprachigen Person betreut und setzt sich vor allem aus Kindern aus deutsch- und spanischsprachigen Familien zusammen. Dies ermöglicht es den Kindern, parallel deutsch und spanisch während des Tagesablaufs und nicht im Rahmen eines klassischen Sprachunterrichts zu erlernen sowie beide Sprachensysteme zu unterscheiden. Jede BetreuerIn führt alle Handlungen und Aktivitäten in „ihrer“ Sprache durch. Es wird darauf geachtet, dass beide Sprachen möglichst gleich häufig zum Einsatz kommen.

2. Bildungsaktivitäten

Die Kinder lernen spielerisch, überwiegend in Alltagssituationen, wobei die Bildungsaktivitäten vielfältig und bereichsübergreifend gestaltet werden. Die BetreuerInnen fördern das Interesse und die Motivation, die die Kinder automatisch mitbringen.

3. Individualisierte Erziehungsziele

Ziel ist es, die Persönlichkeit, alle Sinne sowie die körperlichen und geistigen Fähigkeiten jedes Kindes zu entfalten. Es wird berücksichtigt, dass jedes Kind sein individuelles Lerntempo hat, d.h. jedes Kind wird gezielt, entsprechend seinem Entwicklungsstand, gefördert.

4. Vertrauensvolle Bindung

Die Kinder werden in einer familiären Atmosphäre liebevoll betreut, erfahren emotionale Wärme und Zuwendung und erleben sich selbst als wertgeschätzt und kompetent. Es wird Wert darauf gelegt, dass die Kinder eine verlässliche und enge Beziehung zu den feinfühligen BetreuerInnen aufbauen, die liebe- und respektvoll mit ihnen umgehen.

5. Partnerschaft

Kinder und Erwachsene (BetreuerInnen und Eltern) begegnen sich als Partner und sind gleichermaßen in den Bildungsprozess involviert. Dieser beruht auf Gleichrangigkeit (nicht Gleichheit) und einem demokratischen Umgangs- und Diskussionsstil. Die Kinder werden an Entscheidungen, die sie betreffen, altersgemäß beteiligt und ihre Persönlichkeit jederzeit respektiert.

6. Persönlichkeitsentfaltung

Die Kinder sollen zu selbstbewussten, selbstbestimmten und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten erzogen werden. Selbstwertgefühl, positives Denken, Neugier und Zuversicht der Kinder werden durch die BetreuerInnen und die Gruppe gestärkt. Gleichzeitig erlernen die Kinder in der Gruppe soziale Regeln und die Achtung anderer Personen mit ihren Gefühlen und ihrer Individualität.

7 . Körperliche Fähigkeiten

Im Gruppenalltag wird großen Wert darauf gelegt, dass die Kinder ausreichend Gelegenheit bekommen, ihren Bewegungsdrang in vielfältiger Weise auszuleben. Den Kindern wird viel Zeit für Freispiel eingeräumt, wo sie ihre Kompetenz erleben und Selbstvertrauen, Geschicklichkeit und Ausdauer entwickeln können. Gleichzeitig gibt ein klar strukturierter Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen den Kindern die notwendige Sicherheit im Alltag.

8. Geistige Fähigkeiten

Die BetreuerInnen unterstützen die Kinder in ihrer kognitiven Entwicklung durch Gedächtnis-, Konzentrations- und Wahrnehmungsübungen. Die Kinder lernen unter Berücksichtigung ihres individuellen Entwicklungsstands, mit Zahlen, Mengen und geometrischen Formen umzugehen und naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu begreifen.

9. Sinne

Den Kindern wird die Möglichkeit gegeben, unterschiedlichste sensorische Erfahrungen zu sammeln, um ihre Sinne zu schulen und die Welt durch den emotionalen Zugang zu den Dingen umfassend zu begreifen. Sie erhalten Gelegenheit, mit verschiedensten Materialien zu experimentieren und die Natur zu erleben.

10. Dokumentation

Die BetreuerInnen beobachten die Kinder und dokumentieren ihre Beobachtungen in entsprechenden Bögen, um ein ganzheitliches und möglichst objektives Bild des Kindes zu bekommen und Entwicklungsverläufe jedes Kindes erkennbar und nachvollziehbar zu machen.

11. Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Bildung und Erziehung wird als gemeinsame Aufgabe von Eltern und Kindertagesstätte angesehen. Der Austausch zwischen BetreuerInnen und Eltern über den Gruppenalltag findet täglich durch Tür-und Angel-Gespräche statt. Bei akuten Fragen wird kurzfristig ein Elterngespräch vereinbart. Um sich gegenseitig über den Lern- und Entwicklungsprozess des Kindes austauschen zu können, erfolgen ausführliche, individuelle Entwicklungsgespräche. Daneben finden regelmäßig Elternabende statt, bei denen wichtige organisatorische und pädagogische Themen besprochen werden.

12. Gruppenzusammenstellung

Die Kindertagesstätte ist für zwei Gruppen mit 12 Krippenkindern und 16 Kindergartenkindern ausgelegt. Bei der Aufteilung der Gruppen wird auf Ausgewogenheit von Sprache, Geschlecht und Alter innerhalb der Gruppe geachtet. Es finden sowohl gruppenübergreifende (z.B. gemeinsame Mahlzeiten) als auch gruppeninterne Aktivitäten statt. Durch die eher familienähnliche Gruppenstruktur lernen die Kinder, Verantwortung für sich selbst, aber auch für andere zu übernehmen.

13. Mitwirkung der BetreuerInnen

Die weiteren Details des pädagogischen Konzepts von Arcoiris werden unter Mitwirkung der bei Arcoiris angestellten BetreuerInnen ausgearbeitet. Bei Bedarf wird das vorliegende Konzept ergänzt oder angepasst.